Portfolio: Sonstiges
BlendaX – Bachelorprojekt
Ein Theater-Unterstützungs-Tool für Live Performances
BlendaX war ein studentisches Projekt an der Universität Bremen mit dem Ziel, das Theater mit Elementen aus der Informatik und den Digitalen Medien zu bereichern und einem Regisseure somit neue Möglichkeiten an die Hand zu geben. Das Projekt ging über zwei Semester und wurde in allen Bereichen von Studenten organisiert.
Die angestrebte Software sollte dabei ein Theaterstück in Echtzeit steuern können und das klassische Schauspiel mit virtuellen Elementen und Effekten anreichern, die bis hierhin eher aus Film und Kino bekannt waren. Wir haben damit den Fokus dieses Theater-Unterstützungs-Tool (kurz: TUT) vor allem auf Live Performances zugeschnitten und uns während der Entwicklung vor allem mit der Interaktion zwischen Schauspieler und Software beschäftigt.
Ein Schauspiel, in dem der Protagonist auf der Bühne mit einem virtuellen Fabelwesen interagiert, war dabei eines unserer möglichen Anwendungsszenarien:
Verärgert speiht ein Drache Feuer, wobei die Temperatur im Raum merklich ansteigt. Der tapfere Krieger schlägt den Drachen in die Flucht und lässt das Publikum durch eindrucksvoll eingesetzte 3D Sound-Effekte mit tosendem Gebrüll und kräftigen Flügelschlägen erschaudern…
Solche und ähnliche, sehr komplexe Interaktionen zwischen realen und virtuellen Objekten sollte das Theater-Unterstützungs-Tool dem Regisseur am Ende ermöglichen. Dabei wurden eine Vielzahl unterschiedlicher Techniken benutzt, die, aufgeteilt in Modulen, jeweils unter anderen Verantwortlichen vorangetrieben wurden ehe sie im Anschluss in regelmäßigen, gemeinsamen Tests auf der Theaterbühne wieder zusammengeführt wurden.
Meine Verantwortlichkeit lag dabei in der Gruppenleitung des Soundmoduls. Während der zwei Semester konzipierten und entwickelten wir in Form eines Knoten-Systems verschiedene Effekte für Sounddateien und Mikrofon Input. Ein Schauspieler konnte somit ohne Probleme über einen Motion Captureing Anzug bestimmte Events auslösen, die dann je nach Konfiguration des Regisseurs Programm-Ketten in unserem Soundmodul angestoßen haben (siehe Bilder 1 und 2). Alternativ konnte dieser Input aufgrund der modularen Bausweise des TUTs auch genauso gut von anderen Eingabegeräten kommen, wie zum Beispiel einer Wii-Mote oder simplen Elektro-Kontakten auf dem Boden. Egal ob der Protagonist nun also mit einem virtuellen Drachen kämpfte oder eine andere Aktion durchführte konnte hierüber einfach Soundfiles eingespielt oder der Mikrofon Input angepasst werden und das ganze mit Raumklang.
Weitere Module, die für das Theater-Unterstützungs-Tool entwickelt wurden:
- Virtuelle Welt (3D Darstellung)
- Virtueller Schauspieler (Anbindung des Motion Capturing Anzuges)
- Input/Output (Weitere Ein- und Ausgabequellen, z.B. Beamer, Wetter oder Raumtemperatur)
- Effektgraph (Kern der Software und Implementierung der Knotenkommunikation)
- GUI (Interface zu den Softwaremodulen)
Das Projekt konnte zum Ende der ersten zwei Semester bereits viele ihrer Vorhaben in die Software implementieren, diese hatte allerdings vor allem in Sachen Sicherheit und Stabilität einige Probleme. Das Projekt wurde daraufhin von Studenten unter neuem Namen weitergeführt.



